Hippolit-Kirchengemeinde Amelinghausen

Hippolit-Kirche

Vogteiweg 1
21385 Amelinghausen

Öffnungszeiten
Die Kirche ist wochentags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet (von Frühjahr bis Herbst).
Beschreibung
Die Hippolit-Kirchengemeinde in Amelinghausen hat wahrscheinlich eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Die genauen Umstände der Germeindegründung liegen im Dunkeln.
Waren es fränkische Siedler, die einst die Kirche erbaut haben und dem Heiligen Hippolit eine besondere Verehrung zuteil kommen ließen? Urkunden darüber fehlen. Wenn dem so wäre, dann könnte schon in der Mitte des 9. Jahrhunderts eine erste Gründung vorgenommen worden sein.
Oder war der Kirchenerbauer  ein Jahrhundert später  der Verdener Bischof Amelung, ein Bruder des streibaren Markgrafen Hermann Billung? Bischof  Amelung ist als ein  Verehrer von Hippolit durchaus bekannt. Bischof Amelung  ist am 5. Mai 962 gestorben. Hat er  die Kirche gegründet , um eine persönliche Anerkennung für den heiligen Hippolit  zum Ausdruck zu bringen? Noch fehlen Dokumente, die diesen Schritt von Bischof Amelung belegen würden.

Seit den Anfängen vor wohl 1000 Jahren haben vier verschiedene Kirchbauten an ein- und derselben Stelle gestanden. Zunächst hatte man eine kleine Holzkirche, vergleichbar wohl dem Kirchraum, der am Eingang des Heideparks in Soltau steht.  Sie ist eventuell 1170 durch eine Feldsteinkirche ersetzt worden, wenn ein gefundener Feldstein im Fundament mit der in hebräischen Buchstaben eingemeißelten Jahreszahl 1170 das Baujahr anzeigt.  Es ist sicher, dass im Jahr 1501 ein steinerner Rundturm angegliedert ist. Die Kirche hat  danach so ausgesehen wie die heutigen Gotteshäuser in Salzhausen oder Betzendorf. Nach der Holzkirche und der Feldsteinkirche, die leider wegen Verwahrlosung abgerissen worden ist, hat man 1750 eine Fachwerkkirche (frühklassizistisch) errichtet. Dazu hat man wohl noch Feldsteine der früheren Kirche als Sockel verwendet. Das zeigt die Nordwand der heutigen Kirche, die nach dem Brand von 1818 erhalten geblieben ist. Die zum vierten Mal an demselben Ort errichtete Kirche ist im klassizistischen Stil von 1818 bis 1820 wieder aufgebaut worden. Die alte, frühklassizistische Nordwand aus Fachwerk von 1750 ist mit einer neuen  Ost-,Süd- und Westwand verbunden worden.
So das Kirchengebäude ohne den Turm einen klssizistischen Eindruck.
Aus finanziellen Gründen hat man von 1820 bis 1895 keinen Kirchenturm errichten können. Man hat mit einer Glocke geläutet, die in einem Glockenhaus aus Holz auf dem Gelände des heutigen Glockenhofs stand. 1895 erst sollte ein neugotischer Kirchturm erbaut werden. Er ist rund 40 Meter hoch. In ihm sind drei Gußstahlglocken, die bis heute geläutet werden. Fällt der Blick auf den Turm, und das ist verständlicherweise leicht der Fall, ordnet man die Kirche der Neogotik zu. Bleibt man bei der Betrachtung länger am Kirchenschiff verhaftet, dann denkt man eher an den klassizistischen Stil.
Die Kirche liegt direkt an einer sehr, sehr verkehrsreichen Bundesstraße. Sie bietet durch eine festliche Atmosphäre einen guten Kontrast zu Geschwindigkeit, Effektvitätsdenken und  nüchterner Betriebsamkeit.
Sie schottet sich aber nicht ab und flieht nicht in idyllische Scheinwelten.
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